Kritiken

Kritik zum Erstwerk „Malavir – Der Verrat“ von Axel Dittrich (Hessische Zeitung), 10.06.2008

Zugegeben, ich bin kein Freund von Fantasy – Romanen. Die Geschichten, die sie erzählten, wirkten oft abgedroschen und eintönig. Keine besondere Atmosphäre konnte aufkommen, ein richtiges Lesegefühl packte den Leser nicht. So fristen manche der Werke ihr Dasein in den staubigen Regalen von Bahnhofsbüchereien und dienen höchstens dem Zeitvertreib einer Zugfahrt. Schnell sind sie zu Ende gelesen und verschwinden in den heimischen Regalen.

Als ich von einem Fantasy – Roman von Christopher Rabe hörte, war ich zunächst auch skeptisch, ob dieses Erstlingswerk etwas anders machen würde. Der Klappentext ließe sich zwar durchaus auch auf andere Werke übertragen, doch was dann begann, überraschte mich dann doch.

Schon nach den ersten Seiten stellt sich eine ganz besondere Atmosphäre ein. Eine große Sympathie entwickelt sich für die Welt und die Charaktere des Buches. Die Geschichte wird immer interessanter. Zwar auch recht vielschichtig und verzweigt, aber Neben- und Hauptstränge sind immer klar differenzierbar.

Doch weg von der Theorie, hin zu den grasigen Hügeln und eisigen Bergketten des Königreiches Malavir. Was der Leser hier erlebt, ist eine Reise mit all seinen Gefühlen. Mit jeder Zeile wird die Phantasie mehr und mehr beflügelt. Schließt man die Augen, sieht man alles ganz klar vor sich. Man träumt sich auf den Rücken eines Drasans und fliegt über die Weiten des Königreiches oder begleitet die tapferen Charaktere bei ihrer schicksalsreichen Reise. Ganz und gar gibt man sich der eigenen Vorstellungskraft hin, vergisst alles um sich herum. Das ist es, was dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Immer weiter und weiter, tiefer und tiefer geht die Reise mit dem Prinzen und seinen Freunden. Ein nicht enden wollender Strom von Eindrücken und Emotionen strömt auf den Leser ein, fesselt ihn und lässt ihn so schnell nicht wieder los.

Wunderbar metaphorisch wird die Geschichte erzählt. Immer kann man sich die Szene in der eigenen Phantasie ausmalen. Mitgefühl für die Figuren stellt sich ein. Emotionen, Ärger, Frust kochen beim Leser genauso hoch wie bei den Charakteren selbst. Ob brutale, blutrünstige Schlachten oder friedliche Streifzüge durch die Königreiche, die Phantasie ist stets treuer Wegbegleiter.

Atemlose Passagen wechseln sich ab mit ruhigeren. Immer weiter geht die Reise, Unheil taucht am Horizont auf, rollt über Charaktere und reißt auch den Leser mit. Die Spannungskurve steigt immer weiter an, Hoffnung, manchmal aber auch Verzweiflung treibt die Geschichte voran. Schicksalsschläge sind zu verkraften. Momente möchte man festhalten, manchmal am liebsten selbst auf die Schlachtfelder reiten.

Ein Leseerlebnis sondergleichen.

Eine Geschichte, deren Grundzüge man durchaus in unsere Zeit portieren kann. Wahnsinn, Habgier, Neid, die nie Enden wollende Sucht nach Macht und Geld, finden sich auch in unserer Welt. Die Liebe zwischen zwei Menschen kann Brücken schlagen, sie aber auch zertrümmern. Schicksal führt uns durch unsere modernen Abenteuer. Doch manchmal fühlt man sich kraftlos. Die Lage erscheint aussichtslos. Alles wirkt kalt und fremd. Umso schöner ist es dann doch, wenn man fliehen kann. In die eigenen Träume. Alles Fallen lässt. Den Gedanken freien Lauf lässt. Das tut gut.

Genau das hat Christopher Rabe mit „Malavir – Der Verrat“ geschafft.

Ein Werk, das in keine Schublade passt. Rebellisch alle Ketten der Konformität, Lethargie und Gleichförmigkeit sprengt. Hoffen wir, dass wir auch in Zukunft immer wieder in die sagenhaften Geschichten aus Malavir abtauchen können.

Mich jedenfalls hat Christopher Rabe überzeugen, nein viel eher entführen können. In eine Welt, die so schön ist, dass sie nur von den Grenzen der eigenen Phantasie eingegrenzt wird. Und diese Grenzen zerschmelzen mit jedem Kapitel  immer mehr.

Ich danke dem jungen Autor, für das, was er mir damit gezeigt hat und hoffe, sein schier grenzenloser Ideenreichtum möge nie versiegen.

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Rezension des Fantasyromans: Malavir – Das Erwachen von Gunnar Heldt, 01.02.2012

Die Geschichte:

„Malavir“ erzählt die schwere Zeit eines bevorstehenden Krieges von mehreren Völkern (u.a. Königreich Malavir) welche durch Intrigen und Hass ausgelöst wird. Die Hauptfiguren sind allen voran der Prinz der verzweifelt versucht seine Liebe Sahra und seine Welt vor einem Krieg zu retten. Sein eigener Halbbruder Aruk brachte durch seine dunklen Pläne mit Xaroc, dem Erzfeind Malavirs Chaos.

Meinung:

Der Erwachungsprozess des Prinzen ist sehr düster und gleichzeitig voll tiefem nicht nachzuempfindendem Leid.

Der zweite Teil ist gänzlich verschieden im Hinblick auf den ersten Teil, die Geschichte ist emotionaler, wortgewaltiger und spannender als die des ersten Teils, der anscheinend ein Prolog für alle weiteren Geschehnisse darstellt.

Die Charaktere und Landschaften werden detaillierter und liebevoller beschrieben, man bekommt eine wunderschöne Landschaft präsentiert, im Kontrast zu einem albtraumhaften Geflecht von Leid, Hass und Krieg. Die Belastung des Prinzen seine verlorene Liebe zu finden fühlt man selbst sehr nach, und bringt einen zum Ende zum weinen.

Malavir – Das Erwachen ist ein Geheimtipp für alle die eine spannende Geschichte voll von Liebe und Magie finden wollen, ein Roman, dessen Geschichte kein Gramm zu viel trägt und tief unter die Haut geht.

Teil 3 ist vorbestellt.